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Intervall-Fasten: Gesund oder Gefährlich?

Meine beste Freundin schickte mir vor Kurzem einen Link zu einem Instagram-Beitrag, dessen Account sich auf Hormone und alles was damit zu tun hat spezialisiert. Dort stand, dass man morgens vor dem Frühstück nicht unbedingt mit einem Kaffee auf leerem Magen starten sollte, da sich dies schlecht auf den Hormonen-Haushalt auswirken kann. Stattdessen empfiel sie einen grünen smoothie - für die Leute, die morgens generell kein Essen ‘runter kriegen’.


Ich kann mich erinnern, dass ich mal einen Artikel gelesen hatte in welchem stand, dass Fasten sich gut auf die Verdauung auswirkt. Gerade in jüngerem Alter, von sagen wir 18-28 wäre das Fasten von 20.00 Uhr bis 12.00 Uhr am Tag empfohlen. So habe ich tatsächlich mehrere Jahre meine Essenszufuhr kontrolliert und mich dabei auch wohl gefühlt.


Jedoch wurde es immer schwieriger, als ich einen typischen 08.00-17.00 Job anfing. In Schweden hatte ich das Glück während der Arbeitszeit essen zu dürfen. Das heisst, ich habe mir oftmals erst so gegen 11.00 entspannt ein Frühstück gemacht, gegen 14.00 Uhr dann verspätet meine Lunch Pause gehabt und als ich dann so gegen 18 Uhr zu Hause war konnte ich noch vor 19.00 Uhr Abendessen, sodass ich den Essenzeitraum von 8 Stunden am Tag immer gut eingehalten habe.


Generell stellt sich mir jedoch die Frage: Was ist denn nun gesünder - fasten oder nicht fasten?



Meine Geschichte ums Intervall-Fasten


Während meines Bachelor-Studiums fing ich irgendwann mit Intervall-Fasten an, überwiegend um die Zeit am Morgen zum Lernen zu nutzen, weil ich da schon wusste, dass ich morgens am Produktivsten bin. Jahrelang ass ich lediglich von 12.00-20.00 Uhr und obwohl ich Diäten in der Vergangenheit schon immer schwierig fand, klappte es bei dieser Art von Ernährungsregel wirklich gut. Hier beschreib ich überwiegend meine eigenen Erfahrung und weise dabei auf einige Resourcen hin, welche mich dazu veranliessen mich nie wieder darauf einzulassen.


Es fing alles ganz harmlos an, aus Faulheit könnte man schon fast behaupten. Ich wohnte in einem Studentenwohnheim, wo wir uns mit rund 50-70 Leuten (geschätzt) eine Küche teilten. Teilweise musste man warten, bis der Herd frei war, oder sonst was. Auf der anderen Seite hatten wir alle einen eigenen kleinen Kühlschrank im Zimmer, weshalb frühstücken eigentlich hätte viel einfacher sein können. Zu der Zeit weiss ich noch, mochte ich es sehr gerne warmen Porridge zum Frühstück zu essen, war es aber Leid zu warten und morgens schon so vielen Menschen zu begegnen. Ausserdem weiss ich, dass mein Gehirn morgens am besten funktioniert, sodass ich meinen Morgen mit lernen füllte, um so viel Zeit wie möglich zu sparen. Als es dann gegen 12:00 Uhr rum Zeit für die erste Mahlzeit war, hatte ich quasi schon meinen halben Lerntag um, was sich immer sehr gut und belohnend anfüllte.

Jahrelang ging das so, bis ich dann nach Stockholm gezogen bin und einen typischen 8-5 Job anfing. Oftmals war ich diejenige, die wähernd der 12:00 Uhr Luch-Pause erstmal ihr Frühstück ass und dann so gegen 16:00 Uhr mir eine zweite Mahlzeit warm machte und am Schreibtisch ass oder einfach einen Snack zu mir nahm. An den meisten funktionierte dies zwar gut, aber ich kann mich noch an eine spezifische Situation erinnern, wo ich merkte, dass diese Routine auf Dauer nicht funktionieren wird. Wir hatten eine etwas stressigere Periode auf der Arbeit und ich war den ganzen Morgen am telefonieren, und hab E-mails hin und her geschrieben, um ein Problem zu lösen. Die Uhr zeigte irgendwann 13:00 Uhr an….14:00 Uhr. Irgendwann musste ich meine Kollegin bitten für mich zu übernehmen, weil ich das Gefühl hatte mein Körper würde jeden Moment komplett runter fahren und ich hatte immer mal wieder ein Ohnmachtsgefühl. Kein Wunder, mein Körper lief bis zu dem Zeitpunkt unter purem Stress, ohne jegliche Art von Energiezufuhr bekommen zu haben ausser Wasser/Kaffee. Das war der Zeitpunkt an dem ich merkte, ich muss etwas an meiner Mahlzeit-Routine ändern, sonst würde ich mir und meinem Körper auf langer Sicht nur Schaden zuführen.


Gleichzeitig war ich es natürlich überhaupt nicht gewohnt so früh zu essen und konnte mich nicht davon überzeugen vor der Arbeit zu Hause zu frühstücken. Es fühlte sich immernoch wie eine Zeitverschwendung an. Ich wollte lieber früher auf der Arbeit sein, damit ich auch früher nach Hause konnte. Also machte ich einen Kompromiss mit mir selbst: Ich wollte es wenigstens schaffen vor 12:00 Uhr zu frühstücken. Also anstatt, dass ich um 16:00 uhr meinen Snack oder MIttagessen beim Arbeiten essen würde, würde ich stattdessen so gegen 10:00 Uhr (später dann gegen 09:00 Uhr) am Bildschirm frühstücken. Meine Lunch-Pause verschob sich einfach auf 14:00 Uhr oder sptäer - zum Glück waren die meisten Arbeitsplätze, an denen ich bisher angestellt war, flexible, was die Zeit der Lunch-Pause anging. Und obwohl ich teilweise sogar Angst hatte, dass sich an meinem Gewicht etwas ändern würde, so merkte ich doch recht zügig wie viel besser es mir ging. Ich habe mich sehr viel ausbalancierter gefühlt und auch wenn es mal auf der Arbeit stressig wurde, hatte ich nicht das Gefühl, das Körper jeden Moment komplett runterfahren würde.


Fazit

Zusammenfassend scheint es so zu sein, dass Fach-Studien leider oftmals lediglich männliche Teilnehmer inkludieren. Deshalb würde ich jedem raten bei Studien, die Intervall-Fasten befürworten, noch einmal detaillierter zu schauen, wie viel Inklusivität unter den Test-Teilnehmer*innen herrschte. Eigentlich gilt das Prinzip generell bei Studien. Es ist ja nun einmal so, dass Frauen einen ganz anderen Hormonen-Haushalt haben, sodass die Ergebnisse, die in Studien - basierend auf männlichen Hormon-Haushalten - veröffentlicht werden, diese nun leider nicht berücksichtigen könnten/sollten.


Letztendlich ist es natürlich allen selbst überlassen, ob sie nun Fasten möchten oder nicht. Ausprobieren kann man natürlich immer.



Hilfreiche Resourcen

Erst letztes Jahr entdeckte ich BodySynchron auf Instagram (von einer Freundin empfohlen), dessen Account von einer ehemaligen Journalistin betrieben wird, welche sich nun auf den weiblichen Zyklus spezialisiert und ihre Weisheiten mit der Welt teilt. Ich habe so viel auf ihrem Account gelernt, und vieles, was ich erst Jahre später bei ihr sah, erinnerte mich an die Zeit, in der ich selbst noch im Intervall fastete. Vieles, wovor sie warnte konnte ich tatsächlich nachempfinden und somit bestätigen. Hier geht’s zu ihrem Instagram-Account.

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